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Wappen der Ortsgemeinde

In gespaltenem Schild vorne zwei schräggekreuzte silberne Hämmer, belegt mit einer silbernen Ähre in Grün, hinten ein rotes Balkenkreuz in Silber.
Ähre und Hämmer in der vorderen Schildhälfte symbolisieren das Handwerker- und Bauerntum in der Gemeinde. Die hintere Schildhälfte weist auf die ehemalige Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Trier hin.
Genehmigt durch Erlaß des Ministeriums des Inneren vom 15. Oktober 1963.

(Quelle: Wappenbuch des Landkreises Birkenfeld 2. Auflage v. 2003)

 

Mittelreidenbach

Lage
Die Ortsgemeinde Mittelreidenbach erstreckt sich auf der flachen Talseite des Reidenbachs. Sie liegt verkehrsgünstig an der B 270, die in weitem Bogen das Dorf umgeht, und nahe der verkehrsreichen B 41. Seit der Verwaltungsreform von 1970 gehört Mittelreidenbach, wie noch fünf Nachbargemeinden aus dem früheren Amt Weierbach, zur Verbandsgemeinde Herrstein.

Geschichte des Dorfes
Aus der Vorzeit gibt es auch im Umfeld unseres Dorfes Hinweise für eine frühe Besiedlung. Hier sind der "Hollenstein", in einem alten Weistum auch "Hollen- und Bellenstein" genannt, und die elf Hünengräber (Begräbnisstätten der Kelten) in der Nähe des Sportplatzes zu nennen. Die Gründung des jetzigen Dorfes Mittelreidenbach geht in die fränkische Zeit (800 - 1000 n.Chr.) zurück. Im 12. Jahrhundert gehörte die Siedlung zum Amt Naumburg bei Bärenbach. In der Geschichte erscheint ein Ritter, Werner von Reidenbach, 1282 - 1287 n.Chr. als Bewohner des Hachenpfuhls bei der Naumburg. Im Jahre 1321 werden die Herren von Reidenbach von Dune und Stein (Oberstein) mit den Gütern Weierbach und Nahbollenbach belehnt. Eine der ersten belegten Erwähnungen von Mittelreidenbach findet man in einer Verkaufsurkunde, in der der Edelknecht Johann von Oberstein 1340 u.a. den Zehnten in Reidenbach an Erzbischof Balduin von Trier verkaufte.

Nach dem Aussterben der Ritter von Reidenbach fallen die Güter an die Herren von Schwarzenberg. Mit dem Aussterben des Hauses Schwarzenberg erben die Brüder Bernhard und Jost von Flersheim (Rheinhessen) Dorf und Hof Reidenbach. Später ging das Fort Reidenbach als Mitgift der Tochter von Jost von Flersheim an das Haus von Dietz. Als die männliche Linie des Hauses Dietz 1616 ausstarb, wurde Dorf und Hof Reidenbach als verfallenes Lehen vom Erzbischof von Trier eingezogen.

Unter dieser Herrschaft blieb es bis zur Aufteilung der Kirchgüter am 23.1.1798 unter französischer Herrschaft (Säkularisation). Nach den Befreiungskriegen 1815 war Mittelreidenbach im Besitz des Herzogs von Sachsen - Coburg - Saalfeld. Mittelreidenbach gehörte zum Fürstentum Lichtenberg, das von der Lichtenburg aus verwaltet wurde. 1834 kaufte Preußen dieses Fürstentum. Damit wurden die Mittelreidenbacher Preußen. Dies blieben sie auch bis zum Jahre 1937. Mit der Gründung des Kreises Birkenfeld wurde Mittelreidenbach dieser neuen Verwaltung eingegliedert. Seit dem 2. Weltkrieg gehört Mittelreidenbach zu dem neu gebildeten Bundesland Rheinland-Pfalz.

Unser Dorf heute
Im vergangenen Jahrhundert hat unser Dorf eine stürmische Entwicklung durchlaufen. Um 1900 betrug die Einwohnerzahl 400 Seelen. Aber schon vor dem 2. Weltkrieg war die Zahl auf über 500 gestiegen. Am Ende des Jahrhunderts hatte sich die Zahl fast verdoppelt.

Die Landwirtschaft war vor 100 Jahren die Haupterwerbsquelle der Dorfbevölkerung. Heute wird fast die gesamte Gemarkung von einer Familie bewirtschaftet. Die Gemeinde bietet am Ort durch drei Baufirmen Arbeitsplätze an. Ein Großteil der Erwerbstätigen pendelt in die nähere und weitere Umgebung.

In der früheren Zeit standen die vorhandenen Häuser entlang der Hauptstraße bis zur Kirche. Mit dem Anwachsen der Bevölkerung dehnte sich der Ort immer mehr nach Nordwesten aus. Gleichzeitig fand ein Wechsel von der Landgemeinde zur Wohngemeinde statt. Mit der steigenden Mobilität erlebte die Ortschaft, wie die umliegenden Gemeinden, ein Sterben des Ein-zelhandels. Während nach dem letzten Krieg die Bevölkerung sich im Dorf fast vollständig selbst versorgen konnte, befinden sich derzeit nur noch zwei Gaststätten in der Gemeinde.

Nach Überwindung der schweren Nachkriegsjahre blühte die Wirtschaft in unserem Raum, wie in ganz Westdeutschland, auf. Viele Mittelreidenbacher drängten darauf, ein eigenes Heim zu besitzen. So beschloss die Ortsgemeinde Anfang der 60er Jahre ein Neubaugebiet, dass später Ringstraße genannt wurde. Aber bald waren alle Bauplätze vergeben und die Einfamilienhäuser in Eigenleistung und Nachbarschaftshilfe gebaut. Nun plante man das gesamte Gebiet "Auf der Acht" bis zum Friedhof in mehreren Abschnitten zu erschließen. In den 70er Jahren konnte der 1. Bauabschnitt verwirklicht werden. 1974/75 erfolgte die Kanalisation des Dorfes. Als dann auch die Straßen neu geteert waren, die 140 Jahre alte Dorfbrücke durch eine neue ersetzt wurde, machte das Dorf einen fortschrittlicheren und sauberen Eindruck.

1986 bewarb sich Mittelreidenbach erstmals im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" und ging auf Kreisebene als Sieger der Hauptklasse hervor. In den Folgejahren war Mittelreidenbach in diesem Wettbewerb mehrfach in der Haupt- und Sonderklasse Sieger.

Heute sind die Glanzpunkte des Dorfes neben dem Waldfriedhof und der Kirche der farbenfrohe Kindergarten und der neu gestaltete Dorfplatz als gesellschaftlicher Mittelpunkt des Dorfes zu werten.